Reportages

Als unsere Chemielehrerin uns einen Flyer vom „Dechemax“ Chemie Wettbewerb in die Hand drückte, winkten wir sofort ab – in der Première haben wir für so etwas doch keine Zeit und Kraft mehr, sagten wir uns. Dennoch schickten wir fünf Monate später ein 30 Seiten langes Protokoll ein.

Los ging es mit einer – recht einfachen – ersten Runde. Um alle die, die den Wettbewerb nicht ernst nahmen, unmotiviert oder ungeeignet waren, von der nächsten Runde fernzuhalten,  gab es im Internet Multiple-Choice Fragen zu beantworten. Bald schlichen sich auch Rechnungen und Fangfragen ein, sowie Aufgaben, für die man lange recherchieren musste. Immer ging es dabei um das Thema „Alltag 2050 – chemische Zukunftsvisionen“. Das heißt über grüne Kühe mit eingebauter Photosynthese, leuchtende Bäume, radioaktive Monde und moderne Landwirtschaft bis zu bekannteren Themen wie Feinstaub, Süßigkeiten und CO2. Die Belohnung für unser Engagement waren volle acht von acht Punkten, der Einstieg in die zweite Runde und für jeden ein kleines Kartenset (natürlich mit Dechemaxlogo auf der Rückseite).

Jetzt ging es erst richtig los. Fünf Wochen Zeit um eine Experimentreihe zum Thema „Kostbare Wärme“ durchzuführen und ein ausführliches – was auch immer das heißen mag – Protokoll einzuschicken brachte uns mehr ins schwitzen als wir zunächst dachten.

Die Experimente (teils mehr physikalisch als chemisch) bestanden in einer Berechnung der Wärmekapazität (Fähigkeit, Wärme zu speichern) von Wasser anhand von eigenen Messergebnissen; Messungen zum Phasenübergang von Eis zu Wasser, zu Wärmeleitung und Wärmestrahlung; in einem Optimierungsversuch, einen möglichst effizienten Herd aus einem Teelicht und einfachen Mitteln zu bauen; und zuletzt in der Herstellung eines Wärmekissens aus Natriumacetat. Für alle, die im letzten Abschnitt nicht mehr viel verstanden haben: Ab der siebten Klasse kann man am Wettbewerb teilnehmen, dementsprechend einfach sind die  Erklärungen – keine Angst!

Die unangenehme Arbeit des Protokolls brachten wir dann doch noch rechzeitig hinter uns. Unsere Hoffnungen wurden erfüllt: Wir gehörten zu den besten fünf Gruppen der Klassenstufe 11! Jetzt heißt es, sich gedulden: Die zu erwartenden Geschenke in Form von Büchergutscheinen und Zeitschriftenabos lassen auf sich warten. Der erste Platz, den zu erreichen wir nicht geschafft haben, darf für zwei Tage zu einer großen Chemiemesse nach Frankfurt fahren. Herzlichen Glückwunsch!

Der Wettbewerb hat uns viel Spaß gemacht, auch wenn wegen ihm gestritten und spät ins Bett gegangen wurde. Wir würden gerne wieder teilnehmen, aber nach der 11. Klasse ist Schluss. Wir hoffen deshalb, dass andere mutige und begeisterte Teams unsere Schule in Zukunft vertreten werden!

Rosa stellvertretend für Lilian, Samson, Leopold und Oliver als Team „

HierFliegtGleichAllesInDieLuft“ der 2S1.

Teilnahme ab der 7. Klasse, bis zu fünf Leute in einer Gruppe (auch wir mussten leider jemanden (r)auslosen – kein Erbarmen bei „Dechemax“). Auch viele andere Wettbewerbe unter www.dechemax.de

Veranstaltung: "Klicksalat"

In der Woche des 27/01/2012 haben die Schüler der Unterstufe mit einem Spezialisten der Organisation  „Klicksalat“ gearbeitet. Die Lehrerin, die für Suchtprävention zuständig ist, Frau Siebert-Neumann, hatte ihn eingeladen. Er hat uns vor Risiken im Internet gewarnt.

Also : Cyber-Mobbing, ".to - Internetseiten", illegale Musik - Downloads, Gewaltseiten und so weiter...

Die Meinungen der Schüler zum Klicksalat:

-„Es war nicht lang genug…“, sagte Robert R.
-„Es war nicht sehr verständlich für die Franzosen, weil es auf Deutsch war“, sagte Quentin L.
-„Er sprach zu viel von sich und nicht genug von unserer Meinung“, sagte Mattéo M.

Die Meinungen der Lehrer zum Klicksalat:

-„Es war notwendig“, sagte Frau D.
-„Er hat sehr gezielt gesprochen und konnte diese Menge Schüler gut ruhig halten, weil er sie   interessiert hat“, sagte Frau G.
-„Mann sieht, er hat viel mit Schülern zu tun und er ist sehr informiert über das Thema. Leider hatten wir nicht genug Zeit und wir haben    viel zu viele Punkte überspringen müssen“, sagte Frau L.

- Er hat uns Seiten, die legal, gratis und gut sind, empfohlen: so wie   http://www.jamendo.com/de/ und uns auf die Seiten wo man lieber nicht hingehen soll, erzählt.
- Diese Sitzung hat leider nur zwei Stunden gedauert.
- Aber insgesamt war es wirklich sehr gut!

- Wir haben im Mai nochmal eine Veranstaltung für die "größeren Klassen.

Raphael O.

Visite de Madame le ministre de la culture du Baden-Württemberg

Le 19 Janvier 2012, la nouvelle ministre de la culture du land Baden-Württemberg, Gabriele Warminski-Leitheußer, ainsi que Madame le recteur de l'Académie de Strasbourg et des représentants de la ville de Fribourg, de la ville et de l´internat de Guebwiller se sont rencontrés au LFA.

Ils ont été chaleureusement accueillis par la communauté scolaire et le chœur franco-allemand  qui a chanté exclusivement pour eux.

La ministre et la recteur ont, dans un discours, exprimé leur admiration pour notre établissement , mais nous ont encouragé à continuer nos efforts pour apprendre la langue du partenaire ainsi que pour apprendre à connaître la culture du voisin.

(extrait du discours de Madame le recteur): " ...vous êtes citoyen européen, vous êtes citoyen du monde..."

Monsieur Wedel a parlé d´une journée historique car ceci est la première fois que des représentants des régions se rencontrent au LFA.

La signature d´une déclaration d´intention entre l´Académie de Strasbourg et le Land du Baden-Württemberg est à l´origine de cette visite commune.

Madame Perrier explique:"Cette déclaration d´intention a pour titre: Egalité des chances et mobilité transfrontalière. Elle doit sceller  le renforcement de la coopération entre l´Académie et le Land dans ces deux domaines.
En ce qui concerne le LFA, comme cela a été exposé lors de la dernière assemblée générale des professeurs, il en va d´une coopération avec un „internat d´excellence“ qui est sur le point d´être réalisé en Alsace, à Guebwiller. Il s´agit de donner à des élèves  français de milieux socio-culturels plutôt modestes la chance d´une bonne formation à Guebwiller et la possibilité de séjours linguistiques à Fribourg. Sont planifiés des séjours d´élèves français dans une classe allemande ou française du LFA, selon leur niveau de langue, avec un hébergement à l´internat de Günterstal. Réciproquement, des élèves allemands du LFA peuvent, pour une période déterminée, être accueillis à l´internat de Guebwiller  en vue d´ améliorer leurs compétences linguistiques. Il est envisagé de commencer par un petit nombre d´ un ou deux élèves par semestre ou trimestre. Les niveaux de classe ciblés seraient les 8/ 4ème ou les 9/ 3ème.
En outre, des élèves du LFA de Fribourg pourraient aussi utiliser l´infrastructure de „l´internat d´excellence“ dans le cadre de représentations et de projets culturels et musicaux. Le LFA a depuis plusieurs années tissé des liens très étroits avec la scène nationale des „Dominicains de Haute Alsace“, qui se sont encore  approfondis, l´an dernier, dans un partenariat officiel entre les deux institutions.
La coopération entre les établissements scolaires et les internats a été initiée par Madame le recteur, en vue  d´une ouverture et d´un renforcement des relations avec le Baden- Württemberg. Au-delà du partenariat entre Fribourg et Guebwiller, des relations de coopération élargies doivent voir le jour entre des écoles d´Alsace et du Baden- Württemberg ainsi que des internats. Il existe d´autres“ internats d´excellence“ en Alsace. Ils s´inscrivent dans un concept général souhaitant favoriser l´égalité des chances et la promotion sociale dans le système scolaire."

Cette évènement a également incorporé la rencontre de représentans du bureau des élèves, du "Förderverein"et des parents d´élèves. 

 

Texte par Jean-Marc  Kutz 3èmeI                    

Galerie de la visite de Mme Warmiski-Leitheußer et Mme Le Pellec Muller

Pflanzenkübel im Neubau weichen Feuerschutz

Aus Feuerschutzgründen wurden am 16.01.2012 die ohnehin vertrockneten Pflanzen aus den Pflanzenkästen im Obergeschoss des Neubaus, traditionell Etage der Mittelstufe, entfernt.
Die mit Granulat gefüllten Kästen müssen wegen Brandschutzverordnungen der Stadt Freiburg weg; für die weitere Umsetzung steht bisher kein Termin fest. Den Auftrag dafür und für das Schneiden der Pflanzen im Obergeschoss des Altbaus erhielt eine Freiburger Firma.

Diese Brandschutzmaßnahmen sollen das Unter- vom Obergeschoss im Falle eines Brandes luftdicht trennen, sodass kein Rauch zu den Klassenzimmern nach oben ziehen kann. Erster Schritt dazu waren die grauen Flügeltüren an der Bibliothek (CDI), die bereits die Klassenzimmer 140, 139 u. a. vom Untergeschoss trennen.

Bis zuletzt hatte sich übrigens ein Kaktus tapfer in dem Granulat gehalten, war offenbar zeitweise von Schülern gegossen worden und wird jetzt von der 9b als eine von vielen Klassen-Kakteen gehalten. Herr Fesenbeckh, stellvertretender Schulleiter, sagte, er sei davon ausgegangen, dass die Brandschutzmaßnahmen eher umgesetzt würden; deswegen habe er angeordnet, dass die Pflanzen nicht mehr gegossen werden.

Text und Bilder: Nicolas Feil, 9b

  

Leere Kübel (Neubau), Üppige Vegetation im Altbau, Feuerschutzsystem am CDI

Der Streit um den Pavillon

Im Schuljahr 2011/12 hat das DFG einen weiteren Raum weniger zur Verfügung - der Pavillon wird zur Grundschule.

Als ich vor fünf Jahren an das DFG kam, hieß es immer "Oh, schau mal, der Pavillon, der ist uralt und wird nächstes Jahr abgerissen". Damals hieß es auch, wir bekämen neue Schließfächer und, vor allem, genug davon für alle. Tja.

Dass die Stadt Freiburg kein Geld für uns hat, wird einem auch klar, wenn man sich das Osttor in der Sporthalle mal genauer anschaut - das knarzt, wenn man dagegendrückt, deswegen ist auch ein gewisser Aufkleber drauf: "Benutzung verboten - Akute Gefahr" - über die Jahre hinweg verblasst.

Aber dass unserer Versuchsschule von europäischer Bedeutung, die es weltweit nur dreimal gibt, die Klassenräume geklaut werden und zwei Oberstufenklassen (1re SBC1 und 2de S2) doch tatsächlich in den Aufenthaltsräumen ihre Klassenzimmer haben müssen, das ist irgendwie unerhört.

Trotz Unterschriftensammlung an OB Salomon verliert das DFG den Pavillon - vielleicht bald auch ganz. Früher (so erzählt uns ein alter Schüler aus der prä-arku-pluvialen Zeit) hat im Pavillon die Theater-AG geprobt und waren traditionell die Unterstufenklassen untergebracht, wurde das Abitur geschrieben und Tests nachgeholt.

Ein Raum gehört noch zum DFG, die anderen 3 sind jetzt für die Privatgrundschule Regenbogen, abfällig "Türkenschule" genannt, renoviert worden.
Dabei steht sie allen Kindern offen, nicht nur denen mit Migrationshintergrund. Sie wurde gegründet von der Akademischen Plattform Freiburg e.V., einem Verein, der sich für Bildungs- und Familienförderung und den interkulturellen Austausch zwischen türkischstämmigen Migranten(-Kindern) und Deutschen einsetzt.

Es handelt sich um eine Grundschule, in der die Klasse zusammen mit der Deutschen Frau Grobe, der Lehrerin der ersten Klasse der Schule, um 9 Uhr frühstückt. Danach gehen die Schüler nach draußen, es folgt ein Unterricht, bei dem die Schüler individuell festlegen, was sie am öftesten machen wollen.
Ab 13 Uhr gibt es Mittagsessen, dann Mittagsruhe und freies Spielen, bis 16 Uhr dann Angebote wie Basteln, Malen, Türkisch-Unterricht, Spiele oder Ausflüge.
Islam-Unterricht gibt es keinen, stattdessen Ethik und einen baden-württembergischen Lehrplan.

Diese Förderung, die es wohl an keiner öffentlichen Schule Freiburgs gibt, kostet 270 € im Monat, es gibt auch eine Erwachsenenschule mit Vorträgen für die Eltern.
Zur Schule ist für dieses Schuljahr eine zweite Klasse hinzugekommen, bis 2013/14 sollen es jedes Jahr maximal 18 Schüler mehr werden.
Deswegen braucht die Grundschule auch das dritte Zimmer im Pavillon.
Dass uns ihre Schule die Räume nimmt, ist aber die Schuld der Stadt, so die türkischstämmige Schulleiterin Seminur Özdemir - es sei nicht in ihrer Absicht gelegen, dem DFG die Räume wegzunehmen und sie sei selbst überrascht gewesen, als sie von der Stadt erfuhr, "dass der Pavillon sowieso abgerissen werden sollte und er so noch etwas erhalten bleiben könne."
Auch hatte die Stadt das DFG nicht zu Gesprächen über die Nutzung des Pavillons durch die Privatgrundschule eingeladen, sodass der Protest der Schüler, Eltern und Lehrer sicherlich nicht unangebracht war.


Ende 2014 soll der Pavillon, der seit 1972 steht, laut Stadt abgerissen werden. Wie es dann weitergeht, wissen wir nicht.
Uns bleibt nur, wie im Falle der 5a, ein Raum. Er wird, wohl aus Protest, immer noch in allen offiziellen Listen P1, Pe-Eins, genannt. Unser P1.

Links:
Homepage der Privatgrundschule Regenbogen
Akademische Plattform Freiburg

Text: Nicolas Feil, 9b
22.01.2012

Bilder: Website der Grundschule Regenbogen, Akademische Liga e.V., zwei Fotos von Nicolas Feil

Interview Regenbogengrundschule

Reportage über die türkische Regenbogengrundschule auf dem Gelände des DFGs

Die Regenbogenschule – was ist das eigentlich? Was war das für eine „private Grundschule“, wegen der dem DFG ein Teil des Pavillons weggenommen wurde? Wie sieht es denn dort aus?

 All diese Fragen beschäftigten mich schon lange. Und so entschied ich, mit der Schulleiterin Sedimur Özdemir zu sprechen. Vielleicht konnte ich ja auch mal im Unterricht dabei sein?

 Die Schulleiterin war sofort bereit, in Interview zu geben und auch sich zu den Vorurteilen, die Regenbogenschule hätte dem DFG die Räume „weggenommen“ zu äußern.

 Und so nutzte ich zwei Freistunden, um mit Frau Özdemir zu sprechen und im Unterricht dabei zu sein.

  Zu Anfang kann ich sagen., dass ich von der optischen Wandlung des Pavillons sehr positiv überrascht war. Der alte, kalte und meiner Meinung nach grau wirkende Pavillon hat innen einen zartrosa Anstrich bekommen.

Frau Özdemir begrüßt mich freundlich mit Kuchen und Tee. Zu allererst spricht sie ein großes Lob für die Aktivität der Schülerzeitung aus. „Die Welt braucht Menschen, die Interesse haben“, meint sie. Deswegen sei sie auch besonders erfreut gewesen, als ich sie bat, mit mir zu sprechen.

 „Ich hoffe sehr, dass wir am Deutsch-Französichen Gymnasium positiv wahrgenommen werden“, so Özdemir. „Es lag ganz sicher nicht in unserer Absicht, dem DFG die Räume weg zu nehmen. Wie waren selbst überrascht über diese Raumlösung. Aber die Stadt teilte uns mit, dass der Pavillon so wie so abgerissen werden sollte und er so noch etwas erhalten bleiben könne.“

Auf der einen Seite war sie natürlich erleichtert, endlich einen Raum für die Schule gefunden zu haben. Auf der anderen Seite wollte sie unseren Schülern keine Möglichkeit nehmen zu lernen. Sie könne sehr gut mit dem Elternbeirat und den Eltern mitfühlen.

 Bei der Frage, ob sie ihre Schule als „einzigartig“ beschreiben würde, antwortet Frau Özdemir: „ Unsere Pädagogik ist angepasst an andere Schulen. Ansonsten sind wir einzigartig, da bei uns immer die Frage im Vordergrund steht: Was braucht das heutige Kind? Was hat es nötig, um sich wohl zu fühlen?“

 Kinder sind nach Frau Özdemir ein „sehr offenes System“, auf welches viele Dinge einwirken, die dann auch für die spätere Entwicklung Folge tragen. Man müsse dafür sorgen, dass das Kind sich gesund entwickelt. Dafür könne sich die Schule allein jedoch nicht kümmern.

 „In der heutigen Zeit sind die Eltern verunsichert in der Erziehung“, so Özdemir. „Das Kind muss zu Hause erzogen und begleitet werden, damit es in der Schule aufnahmefähig ist. Dies klappt jedoch nicht immer.“

 Die belegt auch eine Studie, dass 40 % der Gesamtheit der Kinder nicht bereit für Schule ist. Die Kinder sollen bei Frau Özdemir „gesundes Lernen lernen“. Die Schule bringe „Lernunterstützung und Lerntherapie unter ein Dach“.

 An erster Stelle stände die Frage, wie der Mensch heute lernt. Dann unterstützende Theorien. Und zum Schluss, meint Frau Özdemir, könne man auch den Bauch mit einbeziehen. Ich schiele auf den Kuchen vor mir.

 Bei der Frage, ob die Regenbogenschule nur für Zuwanderer da wäre, verneint Frau Özdemir. „Es ist eine Schule für  alle“, sagt sie ganz klar.

Deswegen wird an der Regenbogenschule ab dem 25. 2. eine Art „Schule für Eltern“ stattfinden, bei dem die Eltern Tipps für ihre Erziehung erhalten können.

Nun ist es so weit: ich darf endlich in den Unterricht um zu zugucken. Nele Grobe ist zurzeit die einzige Lehrerin innerhalb der Grundschule. Es gibt jedoch noch einen Sportlehrer und einmal die Woche besuchen die Schüler die nahe liegende Musikhochschule für den Musikunterricht.  „Es ist wichtig, in der Grundschule eine Klasse-Klassenlehrer-Beziehung aufzubauen. Diese Kinder kommen grade aus dem Kindergarten, grade aus ihren Familien. Sie müssen sich hier vertraut fühlen, um zu lernen.“

Ich erlebe die neun Kinder, die grade die Regenbogenschule besuchen, als offen und freundlich. Als ich den Klassenraum betrete, sind die Schüler grade dabei, sich auszusuchen woran sie als Nächstes arbeiten wollen: Rechnen, Zeichnen, Buchstaben schreiben üben.

 „Die Kinder dürfen selbst entscheiden, was sie als nächstes machen wollen?“, frage ich Frau Grobe.

 „Ja. Selbstständigkeit ist heute ein großes Thema. Trotzdem ist es auch wichtig, dass ich die Schüler auch führe, zum Beispiel einem Schüler eine Aufgabe zu empfehlen, mit der er vielleicht hinten dran ist. Jedoch zwinge ich niemanden zu irgendetwas, denn unter Zwang lernt man nichts.“

 Frau Grobe erklärt mir den Tageablauf: „Die Kinder kommen ungefähr um neun Uhr an, je nach Wetter- und Verkehrsverhältnissen. Dann frühstücken wir gemeinsam. Ich erzähle den Schülern Geschichten von mir zu Hause, zum Beispiel von meiner Katze, die Quatsch macht. Die Kinder müssen erst mal richtig wach werden. Dann gehen wir raus an die frische Luft, ein bisschen Bewegung. Schließlich folgt die Phase, die du jetzt hier siehst, dieses selbstständige Arbeiten.“

 Ständig wird Frau Grobe von Schülern oder Schülerinnen unterbrochen, die Hilfe bei Aufgaben benötigen. Die Schüler kuscheln sich an Frau Grobe, sie streicht ihnen über das Haar oder nimmt sie in den Arm. Es ist sehr gut sichtbar, dass die Kinder sich hier wohl fühlen.

 Jedes Kind hat einen eigenen Ordner, in dem es seine erarbeiteten Sachen sammelt. In einer Ecke entdecke ich zwei türkische Wörterbücher. Bei der Frage, ob Frau Grobe diese ab und zu benötige, antwortet sie: „Nö.“

 Frau Grobe, die bereits an einer staatlichen Schule in Kolumbien und in Deutschland gearbeitet hat, erkennt die Unterschiede ganz deutlich. An die Stelle sei sie jedoch durch eine normale Anzeige gekommen.

Nach diesem Eindruck verabschiede ich mich, froh, endlich ein richtiges Bild über diese Schule zu haben. Ich kann euch nur nahe legen, keine Vorurteile gegen diese Schule zu haben, da sie wirklich nichts für die Wegnahme der Räume können. Frau Özdemir verabschiedet mich freundlich und meint, ich sei hier immer willkommen. Es war sehr interessant und ich werde auf jeden Fall wiederkommen!!

Sophie von der Schülerzeitung