Partnersprache
Als „Partnersprachen“ werden im binationalen System der deutsch-französischen Gymnasien die Sprachen Französisch und Deutsch bezeichnet.
Sie haben, verglichen mit den anderen Fremdsprachen (Englisch, Spanisch, Italienisch und Latein), eine besondere Bedeutung, da sie von Anfang an (d.h. ab der 5. Klasse in der deutschen Abteilung und ab der 6ème in der französischen Abteilung) mit hoher Stundenzahl und in kleinen Lerngruppen unterrichtet werden.
Parallel zu diesem intensiven Unterricht müssen die Schüler in einem authentischen Sprachbad ihre neuerworbenen Kenntnisse anwenden: In „integrierten“ Klassen, d.h. in gemischten deutsch-französischen Lerngruppen, werden die Fächer Kunst, Musik und Sport von deutschen oder französischen Fachlehrerinnen und Fachlehrern in deren Muttersprache unterrichtet.
In höheren Klassenstufen wird der integrierte Unterricht auch auf die Fächer Englisch, Geschichte, Geographie und Biologie ausgedehnt. So gewöhnen sich deutsche und französische Schülerinnen und Schüler daran, die jeweilige Partnersprache nicht nur als „Fremdsprache“ zu erlernen, sondern ganz selbstverständlich zur Verständigung im Schulalltag zu verwenden.
Mit Beginn der Sekundarstufe II wird die Partnersprache nur noch von muttersprachlichen Deutsch- oder Französischlehrern unterrichtet, so dass deutsche Schüler einen wirklich französischen und französische Schüler einen wirklich deutschen Sprach- und Literaturunterricht erhalten.
Im Abitur legen die Schüler schließlich eine schriftliche und eine für alle obligatorische mündliche Prüfung ab. Beide Prüfungsteile werden zu gleichen Teilen gewertet (50/50). Damit wird die Gleichwertigkeit von mündlicher und schriftlicher Sprachkompetenz dokumentiert.
