Umweltaktionstag am DFG

20191101 120649“Wir können die Welt nicht retten, indem wir uns an die Spielregeln halten. Die Regeln müssen sich ändern, alles muss sich ändern, und zwar heute”. Mit ihren inspirierenden Reden bewegt Greta Thunberg weltweit Millionen von Menschen, vor allem aber die junge Generation, die jetzt für den Klimaschutz kämpft. Rund 1,4 Millionen Menschen waren am großen Klimastreik am 20. September in Deutschland auf den Straßen und demonstrierten für besseren Klimaschutz und Klimagerechtigkeit, weltweit schien die Menge zahllos. Unter diesen Millionen von Menschen waren meist Schüler, die teilweise aber auch stark kritisiert wurden - überwiegend von ihren Lehrern. Nun gibt es aber auch Schulen, wie das Deutsch-Französische-Gymnasium, die den Klimaschutz unterstützen und ihn in den Schulalltag integrieren wollen, da durchschnittlich rund 58% der Schüler regelmäßig zu den Fridays for Future Demonstrationen gehen. Doch wie können Klimaschutzmaßnahmen in das Schulleben eingeführt werden?

20191101 120526Das DFG, das sich für fairen Handel einsetzt, hat schon länger den Status einer Fairtrade-Schule. Ebenfalls gibt es am DFG seit geraumer Zeit eine Solar-AG mit eigener Solaranlage und Windrad, die von Lehrern und einer kleineren Gruppe von Schülern aller Klassenstufen geleitet wird. Im Sommer letztem Jahres kam durch eine Lehrerin und insbesondere die Gruppe „Scolaire“ die Idee auf, den Umweltaktionstag an der Schule einzuführen, um ein Umweltbewusstsein in den Schülern zu wecken und um gemeinsam rauszufinden, wie man das Schulleben umweltfreundlicher gestalten kann. Fortan bereitete „Scolaire“ in monatelanger Arbeit diesen Tag vor.

20191101 120432Am Umweltaktionstag des DFG am Dienstag, den 22. Oktober 2019, gab es zahlreiche Projekte und Vorträge, beispielsweise ein Fahrradkino, in dem man selbst durch fleißiges Treten auf einem Fahrrad verbunden an einen Stromgenerator seinen Strom erzeugen musste, um einen Film zu schauen. Unter anderem konnten Schüler in der Naturwissenschaftsabteilung alte Stofftücher mit Bienenwachs behandeln, die dadurch länger benutzbar wurden. Die Bienenwachstücher wurden somit zur umweltfreundlichen und nachhaltigen Alternative zu Plastikverpackungen für Lebensmittel wie Frischhaltefolie. In einem Repaircafé, das von den Hobbyelektronikern Herrn Dr. Thomas Schairer, Herr Haisch und zwei Schülern einer anderen Schule betrieben wurde, konnten kaputte elektronische Geräte repariert werden mit dem Ziel, weniger wegzuschmeißen, nachhaltiger und ressourcenschonender zu sein und einen unnötigen CO2-Ausstoß neuer Produktionen zu vermeiden. Engagierte Schüler gingen an der Dreisam entlang Müll einsammeln, andere schauten einen Film über Ungersheim oder lauschten einem Vortrag. In der Aula des DFGs fand man zahlreiche kreative und inspirierende Plakate von jüngeren Schülern, die auf die immer noch vorhandene Ignoranz der Menschheit gegenüber der Umwelt hinweisen.

20191101 120542Schülerumfragen am Umweltaktionstag ergaben vor allem den Wunsch, einige Sachen umzustellen. Die Schulkantine, die viel auf Fleisch setzt, könnte vermehrt vegetarische Mahlzeiten einführen, regionale und saisonale Lebensmittel zum Kochen benutzen und Plastik einsparen, das z.B. genutzt wird, um einzelne Cookies zu verpacken. Tagtäglich geht auch durch das Heizen mit offenen Fenstern viel Strom verloren, manchmal bleiben auch unnötig stundenlang Lichter an oder Geräte befinden sich dauerhaft auf Stand-By. Vor allem den hohen Ressourcenverbrauch von Papier an Schulen könnte man einsparen, in dem Lehrer doppelseitige Kopien machen und wirklich nur nötige Sachen kopieren würden. Umweltfreundliche Digitalisierung und Überprüfungen des wirklich nötigen Energieverbrauchs könnten ebenfalls zu einem nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Schulalltag beitragen.

20191101 120620Das Ziel des Projekttages war es, das Bewusstsein der Schüler für die Umwelt zu wecken und auch umweltbewusste Lebensweisen in den Schulalltag einzubringen. Zum Schluss stellt sich nun die Frage, was die Schüler zu dem Aktionstag sagen. Sehen sie das Projekt als gelungen? Einige Schüler sind der Meinung, dass der Projekttag zwar informativ, jedoch nicht von Nöten war. “Es bringt nichts, wenn man zuhause nichts tut.”, war die Aussage von zahlreichen Schülern. Außerdem waren diese der Meinung, dass die Schule lieber langfristige Veränderungen initiieren soll, anstatt nur an einem einzigen Tag speziell auf die Umwelt zu achten.

20191101 120700Das Konzept mit umweltbewussten Aktionen an Schulen ist auf jeden Fall noch ausbaufähig. Trotzdem war die Mehrheit der Meinung, dass der Aktionstag Spaß gemacht hat, lehrreich und von größter Wichtigkeit war, denn den Schülern ist es tatsächlich wichtig, etwas aktiv gegen den Klimawandel zu tun. Am Ende ist die Idee eines gut umgesetzten Umweltaktionstages, der hoffentlich zu einem gestärkten Umweltbewusstsein führt, wichtig und gut und könnte eine Inspiration für andere Schulen sein.

Ein besonderer Dank gilt der Bürgerstiftung Freiburg, die sich kurzerhand entschlossen hat, die Kosten des „Eine-Welt-Forum“ zu übernehmen und dem Umweltschutzamt für die finanzielle Förderung des Tages!

Artikel: Clara Güde, Pia Miedtke und Emily Rodrigues Schmidt

Fotos: Manuel Madey

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