Oberstufe

Mit dem Ende der Klasse 9 und der Versetzung in die Klassenstufe Seconde treten die Schüler in die Sekundarstufe II ein. Dort besteht die Wahl zwischen einem wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Zweig (ES-Zweig), sprachlich-philosophischen Zweig (L-Zweig) und einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig (S-Zweig). Alle Zweige führen zum Deutsch-Französischen Abitur. Die Zuweisung der Schülerinnen und Schüler in einen bestimmten Zweig und in die jeweilige Klasse erfolgt durch die Schulleitung auf der Grundlage der Schülerwahl am Ende der Klasse 9, der Empfehlung der Klassenkonferenz sowie allgemeinen pädagogischen und schulorganisatorischen Erfordernissen. Die Schüler werden in der Oberstufe vollständig integriert, d.h. die deutschen und französischen Schüler werden in nahezu allen Fächern gemeinsam im neuen Klassenverband unterrichtet. Der Unterricht wird je zur Hälfte von französischen Lehrern in französischer Sprache und von deutschen Lehrern in deutscher Sprache erteilt.
 
Die verschiedenen Zweige unserer Oberstufe:

Der ES-Zweig
Der L-Zweig
Der S-Zweig  
 

Der ES-Zweig

Der ES-Zweig (Wirtschafts-und Sozialwissenschaften) wurde am Freiburger DFG im September 1999 eingeführt. Dieser Zweig bereitet auf ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, ein Jura-, Journalismus- oder Politikstudium vor. Nachstehend einige Beispiele von Studienrichtungen, die Schüler nach ihrem Abitur in diesem Zweig wählen: Rechts-, Wirtschafts- oder Soziologiestudium an einer deutschen oder französischen Universität (dabei ist ein binationales Studium möglich); ein Studium der Verwaltung, der Geschäftsführung oder des Handels (St-Gallen, Lausanne, Schweiz); Studium der Politikwissenschaft (Sciences Po) in Nancy (deutsch-französische Option) usw.
Die Hauptfächer sind Französisch, Deutsch, Mathematik und Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (SES). In SES werden vor allem Themenbereiche wie die makrowirtschaftliche Politik der Industrieländer und die Betriebswirtschaftslehre behandelt, sowie Phänomene wie die Globalisierung, die internationale Zusammenarbeit und die sozialen Verhältnisse analysiert. In Englisch ist eine Stunde pro Woche dem Wirtschaftsenglisch gewidmet.
Der ES-Zweig ist für Schüler geeignet, die an Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichen Aspekten interessiert sind, die ein gutes Allgemeinwissen haben, über gute Mathematikkenntnisse verfügen.
 

Der L-Zweig

Schwerpunktfächer dieses Zweiges sind neben der Mutter- und Partnersprache, Englisch und Philosophie. Als weiteres Kernfach wird Mathematik unterrichtet.
Der Eintritt in den L-Zweig setzt besondere sprachliche Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler voraus, sowie die Bereitschaft und das Interesse, sich mit Literatur und Textinterpretation zu beschäftigen. Die in der Mittelstufe begonnene Einführung in die Textarbeit wird vertieft. Neben der Wortschatzarbeit und einem grundlegenden Interpretationsvokabular lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Stilmerkmale kennen. Sie sollen lernen, sich durch genaues Lesen und mit Hilfe bestimmter Grundbegriffe interpretierend über die Form und den Aussagegehalt von literarischen und Sachtexten zu äußern. Bei der Behandlung landeskundlicher Texte befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit spezifischen gesellschaftlichen und kulturellen Aspekten des jeweiligen Landes aus dem französischen und englischen bzw. amerikanischen Sprachraum.
Der Unterricht im Fach Philosophie bietet den Schülerinnen und Schülern eine philosophische Grundkultur an und ermöglicht ihnen das umsichtige Ausüben des eigenen Denkvermögens. Offen gegenüber den Erkenntnissen anderer Fächer, fördert dieses Fach die Fähigkeit der Analyse und bringt den Schülerinnen und Schülern einen Sinn für intellektuelle Verantwortung nahe. Zu den festen Grundlagen des Unterrichts zählen die vielfältigen französischen und deutschen philosophischen Traditionen, deren Behandlung einmal mehr den spezifischen Charakter eines deutsch-französischen Gymnasiums unterstreichen.
Am Ende der Klasse Terminale absolvieren die Schülerinnen und Schüler in 4 der 5 Hauptfächer eine schriftliche Abiturprüfung, wobei die Prüfung in der Mutter- und Partnersprache obligatorisch ist und in der letztgenannten durch eine mündliche Prüfung ergänzt wird.
 

Der S-Zweig

Im S-Zweig sollen die Schüler mit den Erkenntnissen, aber auch mit den Denk- und Arbeitsweisen der Mathematik und der Naturwissenschaften vertraut gemacht werden.
Dazu wird den Schülern im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht des S-Zweiges
eine solide fachliche Grundlage in Mathematik, Physik, Chemie und Biologie vermittelt,
die Methodik des Erkenntnisgewinns und der Theoriebildung in diesen Fächern nahegebracht,
zielstrebiges Arbeiten, folgerichtiges Denken und klares Formulieren bei der Problemanalyse und -lösung eingeübt,
durch die kritische Reflektion der naturwissenschaftliche Erkenntnisse und des eigenen Kenntnisstands eine fundierte Meinungsbildung zu vielen gesellschaftlichen Problemen (Gentechnik, Umweltschutz u.a) ermöglicht.
Die Eingangsklasse der Oberstufe, die Seconde, dient vor allem dazu die Fertigkeiten und Kenntnisse der Schüler in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie und Biologie zu vereinheitlichen und die fachlichen Grundlagen für den Unterricht in den beiden folgenden, für das Abitur maßgeblichen, Schuljahren zu legen.
Mit dem Übergang zur Klassenstufe Première haben die Schüler eine weitere Option: Sie können sich für die Klasse SMP, mit einem verstärkten Unterrichtsangebot in Mathematik und Physik oder für eine Klasse SBC mit einem breiteren Angebot in Biologie und Chemie entscheiden.
Während die hohe Stundenzahl für den Mathematik- und Physikunterricht der Klasse SMP eine gründlichere und theoretischere Behandlung des Stoffes erlaubt, vermittelt der Unterricht in der SBC Klasse eine breitere Grundbildung in Biologie und Chemie, ohne dabei die Mathematik und die Physik zu vernachlässigen.
Fächerkanon, Unterrichtszeit und Lehrplaninhalte gewährleisten in beiden Klassen, dass ein Schüler des S-Zweiges eine solide mathematisch-naturwissenschaftliche Grundbildung erwerben kann, die ihm den Zugang zu vielen Berufsfeldern ermöglicht, vor allem aber eine tragfähige Grundlage für ein medizinisches, ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium bildet.

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