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IMG 0433Jeder kennt die lange Schlange, die man morgens beim Gebäude rechts vom Zentrum Oberwiehre sieht. Was ist da los?

 Am 1. Juli machten wir uns im Rahmen des Religionsunterrichtes der Première auf den Weg zur Freiburger Tafel e.V. in unserer direkten Nachbarschaft, um der Frage auf den Grund zu gehen. Menschen stehen dort an, um günstig Lebensmittel erhalten zu können.

Frau Theobald, die erste Vorsitzende des Vereins, empfing und uns gab uns eine Führung durch die Räume.

Ein Fahrzeug der Tafel brachte gerade eine riesige Ladung Backwaren, die von Discountern und Bäckereien aus Freiburg abgeholt worden waren. Ehrenamtliche räumten die Kisten aus, mehrmals am Tag finden solche Fahrten statt. Auch kleinere Geschäfte spenden Lebensmittel an die Tafel. Von der Stadt erhält die Tafel keine Gelder, da der Verein bewusst unabhängig sein möchte.IMG 0434

 Insgesamt arbeiten 190 Ehrenamtliche bei der Tafel. Wir konnten sehen, wie Gemüse geputzt, Lebensmittel sortiert und eingeräumt wurden.

 Die Lebensmittel werden direkt bei den Geschäften abgeholt, es handelt sich um Lebensmittel, die sonst weggeworfen werden würden (wenn z.B. bei abgepackter Paprika eine faul ist, wird die ganze Packung aussortiert), die Tafel kann die noch verwertbaren Früchte zu niedrigen Preisen verkaufen. Das, was bei der Tafel nicht mehr verwendet werden kann, wird wiederum an Foodsharing abgegeben, sodass möglichst keine Lebensmittel entsorgt werden müssen.

Es gibt auch Lebensmittelpatenschaften, sodass Produkte des täglichen Bedarfs (z.B. Mehl) eingekauft werden können, denn das Sortiment hält jeden Tag Überraschungen bereit und die Mitarbeitenden wissen nie, was sie anbieten können.

IMG 0435Berechtigte Personen (abhängig vom Einkommen und Familiengröße) können mit einem Ausweis bis zu drei Mal pro Woche in der Tafel einkaufen. Um zehn Uhr werden Lose verteilt, auf denen eine Zeit zugeteilt wird, zu der der Kunde einkaufen darf, damit nicht zu viele Leute gleichzeitig im Laden sind. Bis zu 130 Personen können am Tag versorgt werden. Geduldig warten die Menschen vor dem Gebäude.

Die Krisen der letzten Jahre haben die Tafel immer wieder vor große Herausforderungen gestellt. Es ist jeden Tag eine logistische Meisterleitung! Sprachbarrieren müssen überwunden werden, sodass z.B. eine ukrainische Dolmetscherin unverzichtbar ist. Plastikvermeidung ist ein aktuelles Thema. Auch Hygiene und Sauberkeit haben einen hohen Stellenwert im Laden.

Die Tafel freut sich jederzeit über Unterstützung, sei es durch Mithilfe im Laden (stundenweise, tageweise, im Praktikum oder FSJ) oder finanzielle Unterstützung.

Weitere Infos: https://freiburger-tafel.de/

Myriam Wolff